Die griechische Insel Lefkada ist vor allem für wegen ihrer postkartenreifen weißen Strände ein beliebtes Reiseziel. Diese liegen allesamt an der steil abfallenden Westküste der Insel. Hier kann es also von Natur aus keinen Campingplatz direkt am Strand geben.

Lefkada Stadt

Wer mit dem Reisemobil nach Lefkada fährt, landet unweigerlich in Lefkada Stadt. Leider gibt es in der Stadt oder in unmittelbarer Nähe keinen Campingplatz. Der nächst gelegene ist Kariotes, rund fünf Kilometer südlich. Dort startete die Redaktion des VANLIFE Magazins ihre Runde der Campingplatzbesichtigungen.

Kariotes Camping

Der an der Ostküste gelegene kleine Campingplatz in Kariotes ist der einzige Platz mit Stadtnähe. Er liegt nicht am Strand, sondern mehr oder weniger direkt an der Hauptstraße. Der familiär geführte Campingplatz verfügt über schattige Stellplätze, einen kleinen Swimmingpool und saubere, wenn auch nicht ganz neue, Sanitäranlagen. Er eignet sich sehr gut für einen Zwischenstopp, um die Stadt zu besichtigen, Wasser zu tanken und kurz durchzuschnaufen. Wenn man will, bekommt man Kaffee und Toast zum Frühstück. Der Campingplatz ist zwar sehr klein, dafür aber schön schattig und mit sehr nettem Personal. Er eignet sich aber nicht für einen längeren Aufenthalt.

Camping Episkopos Village

Dieser an der Ostküste gelegene Campingplatz wurde von der VANLIFE Magazin-Redaktion nicht besucht. Er liegt ebenfalls an der Hauptstraße und nicht am Strand.

Desimi Beach

Sandstrände sucht man an Lefkadas Ostküste meist vergeblich. Hier geht es eher steinig zu. So auch am Desimi Beach. Die kleine Bucht mit dem schmalem Kiesstrand liegt recht abgelegen und verfügt über kaum Infrastruktur. Hier haben sich gleich zwei Campingplätze angesiedelt. Der zweite liegt etwas versteckt, weshalb ihn manche Urlauber vielleicht gar nicht entdecken. Und dieser ist wesentlich schöner und größer.

Camping Desimi Beach

Das ist der erste Campingplatz, den man nach einer kurvenreichen Straße erreicht. Er ist recht dicht verbaut, die Stellplätze sind überdacht und er wirkt alles in allem nicht sehr einladend – ist dafür aber bereits im Juni überfüllt. Der Platz hat keinen direkten Zugang zum Strand, denn an dieser Stelle gibt es kaum einen, sondern nur eine Mauer, die den Campingplatz vom Meer trennt. Eine Taverne ist vorhanden.

Beach Camping Santa Maura

Der zweite Campingplatz am Ende der Desimi-Bucht ist wesentlich größer und auch großzügiger auf schattigen Terrassen angelegt. Er bietet viel Platz und ist sicherlich die bessere Wahl. Er eignet sich vor allem für Bootsbesitzer, denn sie bekommen hier auch einen Liegeplatz. Auch hier gibt es eine Taverne.

Poros

Poros liegt ebenfalls an der Ostküste und ist ein kleiner Ort mit typischem Stadtstrand (Kies). Die Anfahrt ist recht steil, sehr kurvig und teilweise eng. Der Campingplatz liegt an der Hafenpromenade, über die Straße geht es an den Strand. Eher untypisch für Griechenland: Hier stehen die Sonnenschirme und Sonnenliegen in Reih und Glied.

Lefkada Camping & Bungalows “Poros Beach”

Die Anlage verfügt über unterschiedliche Unterkunftsarten und ist sehr großzügig angelegt. Es gibt viele schattige Stellplätze, neue, moderne Sanitäranlagen und einen Minimarkt. Alles in allem wirkt die Anlage sehr gepflegt. Der Nachteil: Der Strand lädt nicht wirklich ein. Der Vorteil: Ebenfalls direkt an der Promenade gibt es einige Tavernen und Bars mit Meeresblick.

Vasiliki

In der südlichsten Bucht von Lefkada liegt das malerische Fischerdorf Vasiliki. Die Bucht ist seit Jahrzehnten ein Hotspot für Windsurfer, was über die Jahre dazu geführt hat, dass sich eine eigene touristische Zone mit Unterkünften, Shops und Infrastruktur am anderen Ende der Bucht entwickelt hat. Die Bucht ist an sich schön, der Strand allerdings weniger. Er ist extrem steinig aus grobem Schotter und barfuß kaum zu bewältigen. Zudem ist er recht ungepflegt, praktisch überhaupt nicht bewirtschaftet und wirkt lieblos.

Trotzdem ist der Ort einen Besuch wert, denn hier erlebt man das, was viele an Griechenland so lieben: Frischen Fisch in einer Fischtaverne direkt an der Mole essen, durch gepflasterte kleine Gässchen schlendern und ein paar Mitbringsel besorgen oder in Boutiquen nach Strandkleidern Ausschau halten, in einer lauschigen Bar einen Drink nehmen.

Camping Vassiliki Beach

Dieser Platz ist sehr groß und sehr gepflegt. Praktisch alle Stellplätze sind beschattet. Im Zentrum des Areals gibt eine Taverne mit einer kleinen Bar. Es sind sehr gute und schlichte Sanitäranlagen vorhanden, das Personal ist sehr nett und zuvorkommend. Die gesamte Anlage ist sehr sauber und gut organisiert. Leider liegt der Campingplatz nicht direkt am Strand und hat auch keinen direkten Strandzugang. Direkt hinter der Camping-Anlage befinden sich – zumindest zum Zeitpunkt des Besuches – eine Baustelle und einige Industrieruinen.

Die weißen Strände an der Westküste

Das, wofür Lefkada berühmt ist, lässt sich mit dem Camper-Van oder Wohnmobil kaum erleben. Die weißen Strände sind nur über kurvenreiche, steil abfallende Straßen zugänglich. Und diese sind bereits Mitte Juni mit Leihautos überfüllt. Reisemobilen ist oft die Zufahrt bis an den Strand überhaupt verwehrt, dann man will das Wild-Campen unterbinden. Deshalb hat man an manchen Stellen sogar schrankenähnliche Querstangen angebracht, damit Camper nicht durchfahren können. Landet man an so einer Sperre oder wird bereits am Weg von einem Parkwächter abgewimmelt, kann das Umdrehen und Zurückfahren zur Herausforderung werden. Vor allem weil die anderen Verkehrsteilnehmer meist wesentlich ungeübter sind in ihren Leihautos oder auf ihren Mopeds.

Camping Kathisma

Dieser Platz ist der einzige an der Westküste und liegt hoch oben im Dorf Kathisma. Man fragt sich unweigerlich, wieso gerade hier ein Campingplatz errichtet wurde. Das dürfte auch schon länger her sein, denn der Platz ist eine einzige Katastrophe. Er wirkt bereits von außen nicht sehr einladend. Wagt man sich doch hinein, wird man vom extrem unfreundlichen Besitzer empfangen. Er hat es nicht gern, wenn man seine Anlage genauer in Augenschein nimmt. Die Sanitäranlagen sind veraltet – wie alles andere auch. Während Mitte Juni die Insel bereits voller Touristen war, gab es hier überhaupt keine Gäste. Der Campingplatz hat auch im Internet extrem schlechte Rezensionen und Bewertungen. Hier wird sowieso niemand freiwillig absteigen.

Tipps der Redaktion:
Wer Lefkada mit dem Wohnmobil, Van oder Wohnwagen erkunden will, darf sich nicht auf idyllisches Campen am Sandstrand einstellen. Praktisch alle Campingplätze liegen an der steinigen Ostküste und die wenigsten haben einen direkten Strandzugang. Will man die berühmten weißen Strände an der Westküste besuchen, tut man dies am besten mit einem Leihauto, einem Quad oder einem Moped.

Bereits ab Mitte Juni ist auf Lefkada Hochsaison! Lefkada Stadt und auch die weißen Strände sind dann bereits sehr überlaufen, also die Sommermonate lieber meiden.

Wildcampen: Man kann in Griechenland immer wieder auch wild campen. Da dies aber von Ort zu Ort, von Strand zu Strand und von Jahr zu Jahr unterschiedlich toleriert wird, kann die Redaktion dazu keine Aussagen treffen. Am besten ist es, die Lage vor Ort zu beurteilen und andere Wildcamper oder Griechen zu fragen.

Bild: ©VANLIFE Magazin

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